7. Mai 2012

OpenCourse 2012: Tablet Computing

Vom 7. bis zum 18.5. widmet sich der OpenCourse 2012 (OPCO12) dem Thema “Tablet Computing”. Der Horizon Report 2012 (Deutsche Ausgabe) bewertet diesen “Trend” sehr hoch und schätzt, dass sich Tablet Computing in einem Jahr oder weniger großflächig in der Bildung durchsetzen wird.

Zweifellos interessant an Tablet-PCs ist die Erweiterung ihrer Funktionen durch “Apps” (lasst uns nicht vergessen, dass dies nur eine Abkürzung von Application ist und von Apple im Rahmen des Marketing eingeführt wurde – eigentlich bräuchten wir einen anderen Begriff, aber dafür ist es wohl zu spät). Die Anwendungen sind wesentlich leichter und schneller programmiert als Software für herkömmliche Betriebssysteme. Daher eröffnet sich hier die Möglichkeit für Bildungseinrichtungen, Applikationen für eigene Inhalte zur Verfügung zu stellen.

Der Horizon-Report nennt einige typische Anwendungsszenarien für Tablets, nicht nur die Wiedergabe von Vorlesungs- und Versuchsaufzeichnungen, sondern auch die Unterstützung von Studienanfängern und das personalisierte Feedback zu Hausarbeiten.

Ich sehe mit den Tablets aber noch weitere Chancen heranwachsen: Der Touchscreen ermöglicht das haptisch-sensorisch unterstützte Lernen und damit kann Lernen um diese Wahrnehmungsebene erweitert und intensiviert werden. Touchscreens mit Feedback-Vibration unterstützen zudem die Navigation, wie sie bereits in Apps für Blinde und Sehbehinderte eingesetzt wird. Anwendungsmöglichkeiten wären beispielsweise Feinmotorik-Training oder Lernmodule, die auf intuitive Gesten setzen.

Der Einsatz offener Standards ist noch zu gering und in der App-Entwicklung wird bislang das iPad zu sehr bevorzugt, während andere Betriebssystem vernachlässigt werden. Hier sehe ich noch viel Entwicklungspotential, auch zum Durchbrechen der aggressiven Marktpolitik von Apple.

Wenn ich “Tablet” denke, denke ich auch “One Laptop per Child” (OLPC) (OLPC Deutschland). Der XO-3, dessen Entwicklung sogar noch in diesem Jahr abgeschlossen sein soll (s. diesen Bericht) vereint die fantastischen Vorteile des XO (robust, aus günstigen Elemente zusammengebaut, leicht zu warten, mit OpenSource ausgestattet, extrem energiesparend usw.) mit den erweiterten Möglichkeiten eines Multitouch-Screens (“so many hands can play and learn together on the same screen”). Auch dies ist ein Aspekt, den wir in der Diskussion um Tablet Computing nicht aus den Augen verlieren sollten, zumal wir alle von einem Konzept wie dem des XO-3 profitieren könnten.

Auf der OPCO12-Webseite gibt es detaillierte Infos, Material etc. zum Kursabschnitt Tablet Computing. Am 9.5. gibt es eine Online-Session mit den Referenten René Wegener von der Uni Kassel und Beat Döbeli Honegger von der PHZ Schweiz. Wer, wie ich, an der Session nicht teilnehmen kann, wird später eine Aufzeichnung bei e-teaching.org finden.

 

Nachbemerkung zum Horizon Report:
Bilder sprechen ja bekanntlich, und die Bildauswahl des Horizon-Reports ist auch hinsichtlich des Themas “Tablet Computing” interessant. Auf der 2. Umschlagseite sieht man einen Mann, der mit dem Finger eine Glasfläche berührt. Dieses Bild ist offenbar als Metapher für die neuen transparenten berührungsempfindlichen Datendisplays gemeint, die inzwischen keine Science Fiction mehr sind, obwohl viele sie vor allem aus Filmen kennen werden (s. diesen Artikel) Wenn die Herausgeber der Studie damit sagen wollen, dass sie dieser Technologie eine große zukünftige Rolle in der Bildung voraussagen, stimme ich ihnen absolut zu. Nur die Preise für transparente Displays werden noch lange zu hoch für den Bildungssektor sein.

 

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18. April 2012

OpenCourse 2012: Trends im E-Learning

Diese Woche startet der diesjährige Offene Kurs 2012 (OPCO12), und so richtig geht es heute um 17 Uhr los mit der ersten Online-Session. Wer noch nicht weiß, was der OpenCourse ist, kann sich das Prinzip in diesem Video erklären lassen.

Thematisch geht es dieses Jahr um den Horizon Report (Deutsche Übersetzung), der uns seit 2004 versucht, die zukünftigen Trends des E-Learning nahe zu bringen oder diese vorherzusagen. Meiner Meinung nach ist der Report vor allem eine Buzzword-Maschine, die zudem nach dem Steter-Tropfen-Höhlt-Den-Stein-Prinzip funktioniert: Sage den Leuten nur oft und lange genug, dass Gaming DAS zukünftige große Ding sein wird, und die Sache wird laufen (immerhin ist Gaming dieses Jahr nicht mehr als Trend genannt, man hört damit schonmal auf zu tröpfeln).

Gerade weil ich diese kritische Einstellung dem Report wie auch dem Begriff “Trends” gegenüber habe, nehme ich am OPCO12 als Kommentator teil. Schließlich könnte es auch sein, dass meine Einstellung in Wirklichkeit ein haltloses Vorurteil ist, und dies gilt es zu überprüfen.

Der Kurs greift die im Report genannten “Trends” auf und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich das jeweilige Thema genauer ansehen. Das ist, wie ich finde, ein sehr interessantes Konzept. Die postulierten Trends sind

  • Mobile Apps
  • Tablet Computing
  • Game-Based Learning
  • Learning Analytics
  • Gesture-Based Computing
  • Internet of Things

Davon interessiert mich dieses Jahr besonders das Thema “Internet of Things”, denn mir ist noch nicht klar, wo die möglichen Schnittstellen zwischen diesem Produktentwicklungskonzept und dem Lehren und Lernen allgemein zu sehen sind – wenn es sie denn gibt.

Gleich geht’s also los in die erste Online-Session. Ich bin gespannt auf diese wie auf den gesamten Verlauf des OPCO12.

Alle Termine des OPCO12 gibt es in einem von mir gepflegten öffentlichen Kalender.

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5. März 2012

First Open Education Week in March 2012

For the first time, Open Education Week (OEW) takes place March 5-10 2012. Organised by the Open Courseware Consortium the OEW aims to promote the idea of Open Educational Ressources (OER) specificly, as well as Open Access in general. OEW wants to connect education pros worldwide by providing a platform for the exchange of ideas, concepts and ressources.

A number of international education organisations are participating in the project and will contribute to the conents during the week, either by providing ressources, joining the discussions, writing blog posts, or offering one of the many events.

The latter will actually be the most interesting part of the OEW, at least as far as I am concerned. An impressive number of events, both local and online with an equally wide range of topics is scheduled. Subjects vary from general discussions on OER, education, and creative commons to software presentations and project introductions. I am sure there’ll be something in it for everyone.

Konferenzen & Workshops, OER, Open Access

20. Februar 2012

Bewegt sich was? E-Learning-Trends kritisch betrachet

Wie ein hypnotisiertes Kaninchen starren viele E-Teacher und Bildungsberater auf die aktuellen “Trends” im E-Learning. Die Begriffe wechseln schnell, aktuell sind es z.B. Facebook, Twitter, Google+ oder Prezi. Tools. Ein Thema, dem sich auch e-teaching.org kürzlich intensiv widmete.

Man sucht und diskutiert Möglichkeiten des sinnvollen Einsatzes dieser Tools und übersieht bei allem Enthusiasmus schnell, dass sie doch nur Momentaufnahmen des technologischen Status quo sind. Heute gehypt, morgen vergessen.

Dieses Schicksal hat nicht einmal den Overheadprojektor ereilt. Im Gegenteil, trotz seines Rufes, antiquiert zu sein, hält er sich hartnäckig und ausdauernd in Schulen, Hochschulen und Schulungszentren. Warum? Weil er so versatil ist. Der Overheadprojektor passt sich nämlich durchaus der Moderne an, auch wenn man ihm das nicht ansieht. Er projiziert, aber was und von welchem Medium interessiert ihn so wenig, wie das didaktische Konzept, in das er integriert wird. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist ein Vortrag von Beat Döbeli.

Im Gegensatz dazu erzwingen viele Technologien eine ihnen angepasste Vermittlung des Stoffes. Es sollte jedoch nicht das Medium im Mittelpunkt jeder Art von Unterricht stehen, sondern der Inhalt und wie dieser so vermittelt werden kann, dass er verstanden wird und in das individuelle Wissen der Lernenden dauerhaften Eingang findet. Konzepte also sind das zentrale “Werkzeug”, nicht Technologien. Andererseits hängen Technologie und Konzept im E-Learning zweifellos eng zusammen und so ist eine gewisse Faszination der Akteure (mich eingeschlossen) mit neu entstehenden Tools verständlich.

Alljährlich erscheint der vielbeachtete Horizon-Report. Der Report will Trends des E-Learning aufzeigen und konzentriert sich angenehmerweise nicht auf einzelne Technologien, sondern skizziert übergreifende Konzepte. Und ich stelle regelmäßig mit einer Art gelangweilter Überraschung fest, das die “next trends in e-learning” kalter Kaffee sind. Seit Jahren versucht der Horizon-Report Game Based Learning zu beschwören, ebenso wie (enhanced) E-Books, gestenbasiertes Computing oder Augmented Reality, also die in den Alltag integrierte und “unauffällige” Technologie wie z.B. GPS-Anwendungen. Dörte Giebel hat einen schönen Vergleich der Berichte von 2005 bis 2012 angelegt. Und auch sie stellt fest, dass manche “Trends” seit Jahren wiederholt aufgewärmt werden, während andere, durchaus vielversprechende Konzepte für das Lehren und Lernen, wie z.B. Open Content, wieder zur Seite geschoben wurden.

Vielleicht sagt das alles aber etwas über die Entwicklung von E-Learning aus, und zwar: Sie galloppiert gar nicht so geschwind daher, wie viele meinen. Statt einer Halbwertzeit von 1 Jahr, können wir doch eine von 2 oder 3 Jahren beobachten. Manche der Technologien halten sich noch länger, man glaubt es kaum. Und noch hartnäckiger sind bestimmte Themen und Grundkonzepte; ich denke da beispielsweise an die Vorlesungaufzeichnungen, deren Geschichte Anfang der 2000er Jahre anfing, und die inzwischen dem Bereich des “Mobile Learning” zugerechnet werden.

Das könnte – und vielleicht sollte es – uns E-Learning-Akteure dazu gemahnen, alles gelassen zu sehen. Auch wenn mal wieder jemand mit der “Killer-App” winkt. Auch wenn mal wieder jemand eine Liste der angeblichen Top-100-Tools veröffentlicht. Auch wenn mal wieder jemand aufschreit, dass die Lehrkonzepte an Schulen und Hochschulen nicht den Mediennutzungsgewohnheiten(*) der Lernenden entsprechen würden. So what? Ein guter Wein wird auch nicht heute abgefüllt und morgen getrunken.

Der Horizon-Report ist übrigens Thema des diesjährigen OpenCourse und soll hier kritisch unter die Lupe genommen werden, wie der Kurstitel verspricht. Ich bin gespannt auf den Kurs und freue mich auf die Diskussionen und Erkenntnisse!

 

(*) Tolles, langes Wort!

Didaktik, Motivation & Methoden, Seminar , ,

7. Januar 2012

Ein Gruß zum neuen Jahr

 

Eigenes Photo, mit Aphorimus versehen

Wir befinden uns am Anfang einer Zeit vielfältiger Veränderungen: Gesellschaftlich, wirtschaftlich, ökologisch. Aber wie in der Krise, so liegt gerade im Wandel die Chance zur Erneuerung.

Daher wünsche ich allen Gesundheit, Glück und Gelassenheit für das neue Jahr.

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